Integration damals. Heimatvertriebene in der Diözese Eichstätt nach Kriegsende

„Die lungern nur rum und liegen uns auf der Tasche“ – „Mit der Sittlichkeit haben sie’s auch nicht“ – „Wenn diese Flüchtlinge nicht wären, dann könnten wir in Frieden leben.“
Vertraute Sätze im Jahr 2017, wie sie im Café, auf der Straße oder am Stammtisch aufgeschnappt werden können. Vorwürfe aber, die auch schon vor 70 Jahren laut wurden.

Eichstätt 1946: Der Krieg ist zwar vorbei, doch die Folgen sind noch lange nicht überwunden, als sich Bischof Michael Rackl wegen der „Flüchtlingsproblematik“ mit folgenden Worten an die Eichstätter Christen wendet:
„Im Vertrauen auf diese nie vergehende Liebe des Christenmenschen bitte ich nun heute die Einwohnerschaft der Stadt Eichstätt um eine besondere Gabe für die Brüder und Schwestern, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, arm, buchstäblich bettelarm. Man hat ihnen nicht bloß die Heimat, sondern buchstäblich alles genommen, was ihr Eigentum war. […] Die Flüchtlinge sind nicht schuld, und auch die Einheimischen nicht. Wir können nichts tun, als einander helfen und das Kreuz starkmütig und gottergeben zu tragen.“

Gottschalk, Hanns (Hrsg.): Volkskalender für Schlesier, München 1981.

Martina Besler, Beate Laurenti, Magnus Pöschl und Katharina Zöpfl haben sich mit der Geschichte der Heimatvertriebenen im Eichstätt der Nachkriegszeit beschäftigt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Seelsorge in Trümmern

Auch die „Oral History“ findet in unserem Lehrforschungsprojekt einen Platz. So führte die Gruppe ein Interview mit Domkapitular em. Alois Ehrl in Nürnberg, um mehr über die Situation der Heimatvertriebenen in der Region zu erfahren. Hier können Sie das Video einsehen.

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