Zwischen „das Schweigen“ und dem „Film- und Fernseh-Versprechen“ – katholische Film- und Medienarbeit vor Ort und landesweit

„Eine ethische Atombombe aus Erotik, Exhibitionismus und Blasphemie“ – Nach der Nazi-Diktatur gab es kaum eine gesellschaftliche Instanz, die nicht durch die Nationalsozialisten korrumpiert worden wäre. Einzig die katholische Kirche war in der Öffentlichkeit als „Siegerin in Trümmern“ unbeschadet aus der nationalsozialistischen Gleichschaltung hervorgegangen. In einer Phase der post-nationalsozialistischen Rechristianisierung wurde die Kirche Anfang der 1950er Jahre, als die Deutschen, beglückt durch das Wirtschaftswunder, allmählich den Krieg vergaßen, nicht nur in Eichstätt zu einem moralischen Diktum. Doch kaum ein Jahrzehnt später, Mitte der 1960er Jahre, sah sich die Kirche plötzlich selbst der Kritik ausgesetzt, die künstlerische Schaffensfreiheit mit Füßen zu treten. Was war geschehen?

Bereits in der Zwischenkriegszeit hatte die Kirche das Medium Film für sich entdeckt. Ausgehend von der Päpstlichen Enzyklika „Vigilanti Cura“ des Papstes Pius XI. vom 29. Juni 1936, in der es hieß, eine der dringlichsten Aufgaben der Zeit sei, den Film zu einem „wervollen Mittel der Erziehung und der Hebung der Menschheit“ umzugestalten, wurde das Thema Film auch nach dem Zweiten Weltkrieges zu einem Anliegen, das für die katholische Kirche von großem Interesse war – nicht nur in Eichstätt, sondern weltweit. Bald gründete sich in Deutschland die „Kirchliche Hauptstelle für Bild- und Filmarbeit“ mit Sitz in Köln. In Eichstätt finden sich erste Belege für die Zusammenarbeit zwischen der Diözese und Hauptstelle für Bild- und Filmarbeit im Januar 1950.

Plakat für das Film- und Fernsehversprechen, wie es in Schaukästen der Pfarreien aufgehängt werden sollte
(Quelle: DAEI, BOE 3792)

Lesen Sie hier mehr über die Katholische Film- und Fernseharbeit in Eichstätt, ein Thema, zu dem Johannes Habermehl und Manuela Schöberl recherchiert haben.

Katholische Film- und Fernseharbeit

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